Ronsdorfer Talsperre

Ronsdorfer Talsperre, Foto: Peter Sondermann 2017
Ronsdorfer Talsperre, Foto: Peter Sondermann 2017

Historie und Nutzung

Die Ronsdorfer Talsperre wurde 1898/99 erbaut und war damals die sechste in Deutschland errichtete Talsperre. Heute steht die vom Aachener Professor Otto Intze konzipierte Gewichtsstaumauer unter Denkmalschutz.

Die Talsperre staut den Saalbach an und diente bis in die 50er Jahre als Trinkwasserreservoir der Stadt Ronsdorf. Als die Nutzung als Trinkwassertalsperre nicht mehr erforderlich war und darüber hinaus bauliche Mängel auftraten, musste die Stauhöhe auf 9,64 m halbiert. Aufgrund von Problemen mit der Dichtigkeit und den Schiebern zur Steuerung wurde 1994 eine Staubeschränkung auf 6 m Höhe festgelegt.

Da eine finanzielle Investition der Stadt Wuppertal zu dieser Zeit nicht möglich war, gründeten Ronsdorfer Bürger 1994 den Förderverein Ronsdorfer Talsperre e. V., der in der Folgezeit Geld für Reparaturen sammelte und sich engagiert für den Erhalt der Talsperre einsetzte.

Im Jahre 1998 begannen Gespräche zwischen dem Förderverein, der Stadt Wuppertal und dem Wupperverband, die eine wasserwirtschaftliche Nutzung und damit verbundene Sanierung der Talsperre zum Inhalt hatten.

Am 28. April 1999 übernahm schließlich der Wupperverband die Ronsdorfer Talsperre von der Stadt Wuppertal.

Sanierung der Talsperre

Nach der Übernahme der Talsperre schrieb der Wupperverband einen Ideenwettbewerb aus, um das bestmögliche Sanierungskonzept für die Ronsdorfer Talsperre zu entwickeln. Gleichzeitig galt es, weitere wichtige Faktoren einzubeziehen, z. B. die ökologischen Bedingungen, die sich inzwischen an der Talsperre entwickelt hatten, oder auch denkmalschützerische Belange.
Schließlich reichte der Wupperverband im Frühjahr 2000 einen Sanierungsentwurf zur Genehmigung bei der zuständigen Aufsichtsbehörde, der Bezirksregierung Düsseldorf, ein. Ende des Jahres 2000 wurde von der Bezirksregierung die wasserechtliche Genehmigung erteilt. Diese erlaubt zukünftig eine Stauhöhe von 11 Metern. Um diese Stauhöhe zu ermöglichen, wurde die Staumauer mit einer vorgesetzten wasserundurchlässigen Betonschale auf der Staubeckenseite abgedichtet. Außerdem wurde die alte Hochwasserentlastung erneuert, die Mauerkrone saniert und die luftseitige Bruchsteinmauer instand gesetzt.

Am 22. Dezember 2000 fand der '1. Spatenstich' an der Ronsdorfer Talsperre mit dem damaligen Oberbürgermeister Hans Kremendahl, dem damalige Wupperverbands-Vorstand Bernd Wille, Fördervereinsvorsitzendem Peter Alex sowie mit Vertretern der Bezirksvertretung, Ronsdorfer Bürgern, Pressevertretern und Mitarbeitern des Wupperverbandes statt. Die Sanierung der Talsperre wurde in 2004 abgeschlossen.

Über die wasserwirtschaftliche Aufgabe der Zu- und Abflusssteuerung hinaus ist die Talsperre ein Kulturdenkmal, das besonders den Ronsdorfer Bürgerinnen und Bürgern sehr am Herzen liegt, aber auch der übrigen Bevölkerung Wuppertals und ihren Gästen Erholung bietet. Die Erhaltung und der Schutz der Flora und Fauna, die sich im Laufe der Jahrzehnte in und an der Talsperre angesiedelt haben, ist ein besonderes Anliegen des Wupperverbandes. Hier wurde während der gesamten Bauphase ein eingehender Dialog mit den Naturschutzbehörden und -verbänden geführt. Der Einklang von Mensch und Natur hat hier einen besonderen Stellenwert.

Technische Daten

 

Bauzeit 1898 - 1899
Sanierung Dez. 2000 - Herbst 2004
Hauptabsperrdamm
Höhe über Gründungssohle 23,50 m
Kronenlänge 180 m
Kronenbreite 4,20 m
Sohlenbreite 16,00 m
Stauraum
Stauziel 260,00 m. ü. NN
Wasserfläche bei Vollstau 2,47 ha
Betriebsstauhöhe 11 m
Vollstau 13 m
Fassungsvermögen / max. Stauinhalt 119.325 m³
Wasserwirtschaft
Niederschlagsgebiet 0,87 km²
Bemessungshochwasser 2,0 m³ pro Sekunde
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