Forst

Herbstwald

Von unseren 1.725,30 ha Betriebsfläche entfallen 955,20 ha auf die Forstbetriebsfläche. Diese gliedert sich in 811,80 ha Holzbodenfläche und 143,40 ha Nichtholzboden (Wege, Schneisen, Biotope etc.). Die Holzbodenfläche verteilt sich auf die verschiedenen Talsperren und unsere sonstigen Anlagen wie folgt: 

 

Talsperre

Holzbodenfläche

Große Dhünn-Talsperre

611,90 ha

Bever-Talsperre

42,90 ha

Wupper-Talsperre

111,90 ha

Schevelinger-Talsperre

7,10 ha

Lingese-Talsperre

10,10 ha

Brucher-Talsperre

10,00 ha

Stausee Beyenburg

0,70 ha

Kläranlagen u. Sonstige

17,20 ha

 

Anteile der verschiedenen Holzarten

Die führende Baumart ist zwar noch die Fichte. Sie liegt allerdings bereits erheblich unter dem Durchschnitt des Bergischen Landes.
Da im Landschaftsplan III des Rheinisch-Bergischen Kreises für den Waldbesitz des Wupperverbandes ein Wiederaufforstungsverbot für Nadelholz ausgesprochen wurde, wird mittelfristig eine erhebliche Verschiebung zugunsten der heimischen, standortgemäßen Laubholzarten erfolgen.

Grafik Baumartenverteilung Große Dhünn-Talsperre
Grafik Baumartenverteilung Große Dhünn-Talsperre

Welche Ziele verfolgt die Forstwirtschaft des Wupperverbandes?


Die Wirtschaftsführung in unserem Forstbetrieb wird durch die Funktion als Wasserschutzwald und den Naturschutz bestimmt. Der Landschaftsplan “Große Dhünn-Talsperre” fordert für unsere Waldflächen im Naturschutzgebiet (551 ha) eine Wiederaufforstung mit bodenständigen Laubbaumarten. Langfristig werden die Baumarten der natürlichen potenziellen Vegetation im Forstbetrieb dominieren. Die aktuelle Baumartenverteilung und Altersklassenstruktur erlaubt jedoch nur eine sehr langfristige Durchsetzung dieses Zieles.

Einzelziele

  • Stabilisierung der vorhandenen Laub- und Nadelholzbestände
  • Förderung der natürlich aufkommenden Buchenverjüngung in vielen Beständen
  • Erhöhung des Laubholzanteiles durch Buchenvoranbau im älteren Nadelholz und Einbringen der Eiche auf den trockeneren Sonnenhängen
  • Starke Durchforstung der Nadelholzbestände um die hohe Streuauflage abzubauen
  • Kahlschlagverzicht

Unser Forstbetriebshof befindet sich ca. 300 Meter unterhalb des Hauptabsperrdammes der “Großen Dhünn-Talsperre”. Der Betriebshof ist angrenzend an das fast 300 Jahre alte Herrenhaus einer ehemaligen Schwarzpulvermühle neu errichtet worden und entspricht dem für einen Forstbetrieb neuesten Standard.


Naturschutz an der Großen Dhünn-Talsperre aus forstwirtschaftlicher Sicht

Das Naturschutzgebiet “Große Dhünn-Talsperre' nimmt mit 551,10 ha über 90% der Holzbodenfläche des Forstbetriebes ein. Zu den gebietsspezifischen Schutzzielen zählen:


Die Erhaltung und Entwicklung von naturnahen Waldgesellschaften des:

  1. artenarmen Hainsimsen-Buchenwaldes
  2. Winkelseggen-Eschen-Bachrinnenwaldes
  3. Hainmieren-Erlen-Eschenwaldes
  4. Auenwaldes
  5. Bruchwaldes


Die Erhaltung und Entwicklung von Nass- und Feuchtflächen wie:

  1. Stillgewässer
  2. Quellen und Quellsümpfe
  3. Groß- und Kleinseggenriede
  4. Röhrichte
  5. Hochstaudenfluren
  6. Grünlandbrachen
  7. Feucht- und Nasswiesen


Die Erhaltung extensiv genutzter Grünländereien und Obstwiesen.
Die Erhaltung und Vernetzung naturnaher Lebensstätten in den Sohlen- und Kerbtälern.


Der Wasserschutzwald Große Dhünn-Talsperre


Innerhalb der Trinkwasserschutzzone 1 der Großen Dhünn-Talsperre ist gemäß Schutzzonenverordnung die einzige erlaubte Nutzung eine ordnungsgemäße Forstwirtschaft.
Der Aufbau und die Behandlung des Waldes innerhalb dieser Zone wird bestimmt von ihrer Schutzfunktion für die Talsperre. Forstliche Maßnahmen sind daher auf Maßnahmen der Waldpflege auszurichten. Hierbei steht nach neueren Forschungsergebnissen weniger die Frage einer Maximierung der Wasserabflussmenge oder zu produzierende Holzmenge als die Wasserqualität im Vordergrund.
Der Wald muss hier den Schutz vor unmittelbaren Verunreinigungen des in die Talsperre gelangenden Wassers gewährleisten. Voraussetzung hierfür ist eine betriebssichere, langlebige Dauerbestockung, die in Wassernähe zur Vermeidung von Laubeinwehungen aus Nadelhölzern mit möglichst lichter Bodendeckung bestehen muss.

Aus diesem Grunde wurden beim Bau der Talsperre die landwirtschaflichen Flächen innerhalb dieser Zone in einer Größenordnung von ca. 200 ha im Rahmen des landschaftspflegerischen Begleitplanes erstaufgeforstet.
Diese Erstaufforstung erfolgte nach folgendem Schema:

  1. Entlang der Uferlinien der Talsperre ein 10 - 15 m breiter Streifen Nadelholz, welches solitär erzogen wurde, um eine dichte, tiefe Beastung zu erzielen. Dieser Nadelholzgürtel hat die Aufgabe, den herbstlichen Laubeintrag in das Staubecken zu minimieren.
  2. Die eigentliche Aufforstungsfläche wurde bei standörtlicher Eignung mit Traubeneiche angepflanzt. Dies soll häufigen Pflegemaßnahmen mit Maschineneinsatz vorbeugen, sowie aufgrund der hohen Umtriebszeit von 160 - 180 Jahren der Langlebigkeit dienen. Außerdem ist die Eiche der Baum, der in unserem Raum seit langem heimisch ist.
  3. Als Abschluss in Richtung Schutzzone 2 wurde eine Waldrandgestaltung vorgenommen, die als Vogelschutzgehölz sowie natürlicher Zaun zur Durchsetzung des in der Schutzzonenverordnung vorgeschriebenen Betretungsverbotes dienen soll. Es wurde ein 15 m breiter Streifen von außen beginnend mit niedrigen Sträuchern wie z. B. Brombeere über Bäume dritter und zweiter Ordnung ansteigend zum Rand des eigentlichen Waldbestandes angelegt. Hierin vertreten sind u. a. Schwarzdorn, Weißdorn, Feldahorn, Wildobstarten etc.

In den zulaufenden Kerbtälern mit teilweise frischen, lehmigen Standorten wurden Edellaubhölzer wie z. B. Bergahorn und Esche eingebracht. Bachbegleitende Fichtenbestockung wurde entfernt und durch truppweise Schwarzerlenbepflanzung ersetzt.

Die Dammeinbindung

Der Hauptabsperrdamm musste in die Landschaft eingebunden werden. Hierzu wurde auf dem statisch errechneten Dammkörper aus Felsmaterial eine zusätzliche 2 Meter starke Schicht aus vegetationsfähigem Boden aufgebracht.

Da die drei vorhandenen Bermen für die Vermessung und Standsicherheitsüberprüfungen permanent freigehalten werden müssen und um dem immerhin 55 Meter hohen Damm in der Landschaft etwas von seiner Mächtigkeit zu nehmen, wurde ein stufiger Aufbau der Bepflanzung vorgenommen.

  1. Die obere Dammzone wurde mit standortgerechten Sträuchern unter Auflockerung durch einzelne gruppenweise Baumpflanzungen, welche sich von der Mitte zu den Randzonen hin verdichten, vorgenommen.
  2. Die mittlere Dammzone wurde mit einer truppweisen, aufgelockerten Bepflanzung aus Edellaubhölzern und einer Zwischenpflanzung aus Großsträuchern versehen.
  3. Der Dammfuß und die Vorflächen wurden mit einer geschlossenen Aufforstung aus Traubeneiche, Rotbuche und Hainbuche unter Auflockerung durch Beimengung von Wildkirsche und sonstigen belebenden Baumarten bepflanzt.
     
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