2000 - 2010

Lachs (Foto: Günter Gehrke)
Lachs (Foto: Günter Gehrke)

Verbesserung der Gewässergüte

Im Laufe der 90er Jahre hatte sich die Gewässergüte der Wupper bereits deutlich gebessert.
Nach 160 Jahren wurden die ersten Wupperlachse registriert. Als Brütlinge waren sie im Rahmen des Wanderfischprogramms des Landes Nordrhein-Westfalen in der Wupper ausgesetzt worden. Als ausgewachsene Lachse kamen sie aus dem Atlantik in ihre ehemalige Kinderstube zum Laichen zurück. Dass diese sensiblen Fischarten, ebenso wie z. B. Meerforellen, wieder in der Wupper heimisch werden, ist ein Zeichen für die verbesserte Gewässergüte.

EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL)

Im Dezember 2000 wurde die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verabschiedet, die europaweit für alle Oberflächengewässer und das Grundwasser einen „guten Zustand“ bis zum Jahr 2015 (mit Fristverlängerung bis 2027) fordert. Dabei verfolgt die WRRL gegenüber der früheren Bewertung von Gewässern einen neuen, weiter reichenden Bewertungsansatz. Hatte man bisher schwerpunktmäßig die Sauberkeit des fließenden Wassers betrachtet, wird nun der Zustand des gesamten Gewässers beurteilt (der Bestand an Fischen, Pflanzen, Kleinstlebewesen und Plankton, die Beschaffenheit von Gewässersohle und Ufer, die Durchgängigkeit für Wanderfische sowie chemische und physikalische Parameter).
2008 haben die Gremien des Wupperverbandes eine Strategie beschlossen, wie die EU-WRRL im Verbandsgebiet umgesetzt werden soll. Beschlossen wurde die Umsetzung von 32 Maßnahmen in Höhe von 7,6 Mio. € in den Planungseinheiten Dhünn und Obere Wupper bis 2012. Ein weiterer Meilenstein wurde im Jahr 2010 erreicht: Die Durchgängigkeit der Dhünn (größter Nebenarm der Wupper) bis zur Großen Dhünn-Talsperre konnte für Wanderfische realisiert werden.
 

Panzer-Talsperre, Foto: Peter Sondermann 2016
Panzer-Talsperre, Foto: Peter Sondermann 2016

Talsperrensanierung und Übernahme von Betriebsführung

Im Talsperrenbereich bildete die Sanierung der Ronsdorfer Talsperre von 2000 bis 2004 einen Schwerpunkt. Am 1. Januar 2007 übernahm der Wupperverband die Panzer-Talsperre und die Betriebsführung der Eschbach- und Neye-Talsperre von der EWR GmbH. Nun betreibt der Verband insgesamt 12 Talsperren (11 Brauchwasser-Talsperren und eine Trinkwasser-Talsperre). Im Juni 2009 begannen die umfangreichen Arbeiten zur Sanierung des Wehrs am Stausee Beyenburg.
 

Ausbau der Klärwerke

2 Klärwerke wurden in diesem Zeitraum 100 Jahre alt: das Klärwerk Buchenhofen (2006) und das Klärwerk Schwelm (2008). Um die Anlagen fit für die Zukunft zu machen, wurden in den letzten Jahren zahlreiche Anlagen ausgebaut oder saniert, z. B., Klärwerk Hückeswagen (bis 2000), Klärwerk Burg (bis 2002), die weitergehende Stickstoffentfernung im Klärwerk Odenthal (bis 2005), der Ausbau der Stickstoff- und Phosphorelimination im Klärwerk Kohlfurth (bis 2006), der Ausbau des Klärwerks Radevormwald (bis 2008), der Ausbau und die Sanierung des Klärwerks Buchenhofen (bis 2009).

Themen der Zukunft

Als Schwerpunkte kristallisieren sich für den Wupperverband die Themenfelder Energie, Hochwasserschutz, Siedlungsentwässerung und Vernetzung der Akteure zur Umsetzung der gesamten wasserwirtschaftlichen Themenfelder, insbesondere der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, heraus.

Ziel des Wupperverbandes ist es seinen Energiebedarf durch Nutzung regenerativer Energien wie Faulgas, Wasserkraft etc. mehr und mehr selbst abzudecken. Zugleich soll der Energieverbrauch reduziert werden. Ein weiteres Steuerungselement ist der Zu- und Verkauf von Strom.

Im Hinblick auf den Klimawandel rückt das Thema Hochwasserschutz verstärkt in den Fokus. Der Wupperverband hat deshalb ein Hochwasserschutzkonzept aufgestellt, dass die Gremien 2008 verabschiedet haben. Alle Bürgerinnen und Bürger können sich zudem seit 2009 über den Wasserstand der wichtigsten Gewässer und Talsperren in „Pegel-Online“ informieren. Die EU-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie trat am 26.11.2007 in Kraft.

Im Themenfeld Siedlungsentwässerung werden wir uns in den nächsten Jahren mit den Themen Spurenstoffe (z. B. Medikamentenrückstände), Regenentwässerung und Optimierung des Systems von der Indirekteinleitung bis zum Gewässer beschäftigen.
 

Logo Ort im Land der Ideen 2009
FlussGebietsGeoinformationsSystem wurde 2009 ausgezeichnet

Wasserwirtschaft ist ein komplexes Themenfeld, das nur durch Vernetzung Ziel führend und nachhaltig bearbeitet werden kann. Vernetzung kann auf unterschiedlichste Weise erfolgen, z. B. durch das internetbasierte FlussGebietsGeoinformationsSystem (FluGGS). Das Instrument unterstützt uns in unserer täglichen Arbeit, es dient als Grundlage unserer Entscheidungsprozesse und bietet vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen dem Verband und seinen Mitgliedern bzw. seinen Akteurinnen und Akteuren und letztlich allen Interessierten, z. B. durch den datenformatunabhängigen Austausch von Geodaten. Das FluGGS wurde 2009 zum „Ort im Land der Ideen“ gekürt - „Land der Ideen“ ist eine Initiative zur Förderung von Kreativität und Innovation in Deutschland unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten zur Stärkung des Standortes Deutschland.

Aber auch kleinere Einheiten bündeln ihre Kräfte zur Standortförderung, z. B. die Regionen. Ein Schwerpunkt des Strukturprogramms der Region Köln/Bonn „Regionale 2010“ sind die Talsperren der Region. Der Wupperverband hat sich an zahlreichen Stellen in das Projekt aktiv eingebunden.
Eine nachhaltige Wasserwirtschaft ist nur dann umsetzbar, wenn Wasserwirtschaft in öffentlicher Hand verbleibt. Die Wasserverbände NRWs haben sich deshalb im Januar 2006 zu „Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände (agw)“ zusammengeschlossen.

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