Die Wupper wird Schritt für Schritt natürlicher

Wupperverband sorgt für naturnahe Fluss-Strukturen

Kleine Dhünn vor dem Ausbau, 1966
Kleine Dhünn vor dem Ausbau, 1966

Pressemitteilung vom 08.10.2020

Der Wupperverband wurde vor 90 Jahren gegründet. Seitdem kümmert er sich um die Wasserwirtschaft im gesamten Flussgebiet mit der Wupper und allen Nebenbächen von Marienheide bis Leverkusen.
Eine der wasserwirtschaftlichen Aufgaben des Wupperverbandes ist, die Wupper und die Nebenbäche zu unterhalten und naturnah zu gestalten. Dies kam 1950 zum Aufgabenspektrum hinzu.

Im Fokus stand in den Anfangsjahren, nicht mehr genutzte Wehre zu entfernen. In diesem Rahmen setzte der Verband auch Uferbereiche instand. Zu Beginn gehörte auch dazu, Kriegsschäden zu beseitigen und z. B. Trümmer am Ufer wegzuräumen. Später folgten Aufräum- und Reparaturarbeiten nach Hochwasserereignissen.

 

Kleine Dhünn nach dem Ausbau, 1966
Kleine Dhünn nach dem Ausbau, 1966

Mit den 60er Jahren begann dann der technische Ausbau der Wupper. Sie wurde an vielen Stellen begradigt und befestigt. Dies diente dem Hochwasserschutz. Das Wasser sollte schnell und geordnet in kanalartigen Gerinnen abfließen. So war damals die Sichtweise. Auch an den Nebengewässern, z. B. der Dhünn, setzte der Wupperverband nach damaligem Stand der Technik einen technischen Gewässerausbau um.

Bewirtschaftungsplan Untere Wupper 1990

Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre setzte ein Wandel ein. Der Bewirtschaftungsplan Untere Wupper von 1990 hatte das Ziel, die Qualität der Wupper zu verbessern. Neben Maßnahmen zur Sauberkeit, z. B. Ausbau von Kläranlagen, begann der Wupperverband verstärkt auch damit, Flussbett und Ufer natürlicher zu gestalten. Erste Fischaufstiege wurden an Wehren gebaut, Renaturierungen an Wupper und Nebenbächen umgesetzt.

Natürlichkeit als Qualitätsmerkmal

Mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) im Jahr 2000 nahm die ökologische Gewässerentwicklung richtig Fahrt auf. Natürliche Fluss-Strukturen, die Durchgängigkeit flussauf- und flussabwärts für Fische und Kleinstlebewesen, Entfaltungsmöglichkeiten in der Aue – dies sind heute wichtige Kriterien, damit ein Fluss im „guten Zustand“ gemäß EU-WRRL ist.

Wupper im Stadtgebiet Wuppertal, 2017
Wupper im Stadtgebiet Wuppertal, 2017

Der Wupperverband hat dies in den letzten Jahren vorangetrieben und allein zwischen 2008 und 2018 mit Fördergeldern des Landes NRW 180 Maßnahmen umgesetzt. Die Spanne reichte von Forschungsprojekten über Kartierungen, z. B. Laichgrubenkartierung, bis hin zu Renaturierungen. Begradigte, befestigte oder verrohrte Bachläufe haben wieder ein natürliches Bachbett erhalten. An der Wupper hat der Verband z. B. Befestigungen entfernt, die Steine eingebaut, Inseln geschaffen oder an Wehren und Hindernissen eine Durchgängigkeit für Fische und Kleinstlebewesen hergestellt.
Heute finden viele Fischarten und Tiere in und an der Wupper wieder einen Lebensraum, vom Lachs über den Eisvogel bis hin zum Biber. Auch die Menschen können heute abwechslungsreichere Flussabschnitte genießen und Tiere beobachten, sogar mitten in der Stadt, wie in Wuppertal.

Gemeinsam mit den Städten und auch mit Unterstützung von Unternehmen sind natürlichere Flussabschnitte entstanden.
So sind die Wupper und die Nebenbäche bereits ein gutes Stück natürlicher geworden. Doch es ist auch noch viel zu tun. Von 2018 bis 2030 setzt der Wupperverband ein weiteres Maßnahmenpaket um, das Investitionen in Höhe von 14 Mio. Euro umfasst.

Informationen und Videos zu Gewässerprojekten gibt es auf der Homepage:
https://www.wupperverband.de/unsere-aufgaben/gewaesserentwicklung/beispiel-gewaesserprojekte

90 Jahre Wupperverband

Der Wupperverband wurde am 8. Januar 1930 gegründet. In diesem Jahr feiert er runden Geburtstag. Zielsetzung war und ist, die wasserwirtschaftlichen Aufgaben im 813 km² großen Einzugsgebiet der Wupper über kommunale Grenzen hinweg zu erfüllen. Für den Verband stehen als öffentlich-rechtliches Unternehmen nicht Gewinnorientierung, sondern der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser im Mittelpunkt.

Der Wupperverband betreibt 14 Talsperren, 11 Klärwerke, eine Schlammverbrennungsanlage und weitere Anlagen, z. B. Hochwasserrückhaltebecken und Regenbecken. Er unterhält insgesamt rund 2.000 Kilometer Flüsse und Bäche. Verbandsmitglieder sind Städte und Gemeinden, Kreise, Wasserversorgungsunternehmen, Industrie sowie Gewerbe im Wuppergebiet.

Eine Chronik wurde zu diesem Jubiläum aktualisiert und mit Filmen etc. ergänzt:

https://www.wupperverband.de/ueber-uns/allgemeines/chronik

Informationen zur Entwicklung der Wupper und der Nebenflüsse sowie zu Fischen in der Wupper

https://www.wupperverband.de/unsere-aufgaben/gewaesserentwicklung

https://www.wupperverband.de/service/wissen-und-lernen/themen/fische

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