Siedlungsentwässerung

Was ist Siedlungsentwässerung?

Die Siedlungsentwässerung sorgt dafür, dass Abwässer aller Art abgeleitet werden. Alles, was z. B. aus Ihrer Toilette oder Ihrem Waschbecken abläuft, oder die Abwässer, die in Industrie und Gewerbe anfallen oder Straßenabwasser, werden über die Kanalisation in der Regel einer Abwasserreinigungsanlage zugeführt. Letztlich sorgt die Siedlungsentwässerung dafür, dass das Wasser im Kreislauf wieder einem Gewässer zugeführt wird.

Ziele

Die Siedlungsentwässerung sichert hygienische Lebensbedingungen in der modernen Zivilisation, sie schafft Komfort und vermeidet Beeinträchtigungen von Gewässern, Böden sowie Tieren und Pflanzen.
Wir alle haben durch die Medien Bilder vor Augen von Ländern, in denen es keine Abwassersysteme gibt, in denen Abwasser in offenen Rinnen am Straßenrand fließt. Aber auch bei uns gab es früher Epidemien wie Cholera und Typhus. Der Wunsch, diese Zustände im Wuppergebiet zu verbessern, trug maßgeblich dazu bei, dass der Wupperverband gegründet wurde. Wir möchten dazu beitragen, dass das Gesamtsystem Siedlungsentwässerung optimal läuft und dass die einzelnen „Zahnräder“ in diesem System planvoll ineinander greifen.

Zuständigkeiten

Für die Siedlungsentwässerung sind wir als Wupperverband nicht allein zuständig, sondern arbeiten mit den Kommunen Hand in Hand: Diese betreiben einen Großteil der Abwasser-Kanalnetze einschließlich der Einleitungen aus Regenwasserkanälen in Gewässer. Der Wupperverband betreibt als gesetzliche Aufgabe Regenüberlaufbecken (RÜB), in denen bei Niederschlägen Mischwasser (mit Schmutzwasser vermischtes Regenwasser), das die Kapazität einer Kläranlage übersteigt, zwischengespeichert wird. Bei gefülltem RÜB wird Mischwasser, in vielen Fällen hydraulisch gepuffert durch ein RRB (Regenrückhaltebecken), in ein Gewässer abgeschlagen. Sobald das Abwasser eines der 11 Klärwerke erreicht, ist es endgültig auf unserem „Wupperverbands-Terrain“. Das gereinigte Abwasser wird dann dem Gewässernetz zu geführt. An fast 2000 Stellen mündet ein Rohr aus der Siedlungsentwässerung in das ca. 2300 km umfassende Gewässersystem der Wupper. Die Gewässerunterhaltung liegt ebenfalls in unserer Hand.

Wichtig ist eine enge Zusammenarbeit. Es gilt, gemeinsam bedarfsgerecht, ökologisch sinnvoll und kosteneffizient zu planen, um Anlagen so zu bauen und zu betreiben, dass sie den Anforderungen des Gewässerschutzes, insbesondere der EU-Wasserrahmenrichtlinie, und der Hochwassermanagementrichtlinie gerecht werden, ohne die Abwassergebührenzahler höher als unvermeidbar zu belasten.

Der Wupperverband kann verbandsweit über kommunale Grenzen hinweg sein Wissen einbringen und den Kommunen im Verbandsgebiet zur Verfügung stellen. Dies geschieht durch abgestimmte Planungen über Gemeindegrenzen hinaus, aber auch durch die Übernahme von Aufgaben: Für Hückeswagen, Marienheide, Odenthal und Radevormwald führt der Wupperverband beispielsweise das Kanalkataster.

Aktuelle Themen und Herausforderungen

Fremdwasser ist in die Kanalisation eingedrungenes sauberes Wasser, verursacht z. B. durch undichte öffentliche Kanäle, schadhafte Hausanschlussleitungen oder den unzulässigen Anschluss von Drainagen an Mischwasserkanäle. Fremdwasser belastet Kanalsystem und Kläranlage unnötig. Kommunen und Wupperverband führen abgestimmte Projekte zur Lokalisierung von Fremdwassereinträgen und Aufstellung von Fremdwassersanierungsprojekten durch. Im Übrigen sollte das Kanalsystem dicht sein, da austretendes Abwasser Böden und Grundwasser belastet.
Außerdem überwachen wir zusammen mit den Kanalnetzbetreibern und den Unteren Wasserbehörden verstärkt, ob und ggf. welche Industriebetriebe in unsere Kläranlagen schwer und nicht abbaubare Schadstoffe, insbesondere Schwermetalle in das Kanalnetz einleiten. Dies kann dazu führen, dass wir die gesetzlich vorgeschriebenen Überwachungswerte nicht einhalten können und erhöhte Abwasserabgaben zahlen müssen. Durch die planmäßige Überwachung wird das Ziel verfolgt, Schwermetallprobleme auf den Klärwerken zu vermeiden. 

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