Funktionsweise Talsperren

Damm Große Dhünn-Talsperre
Damm Große Dhünn-Talsperre
Damm oder Mauer?

Eine Talsperre besitzt immer ein Absperrbauwerk, das ein fließendes Gewässer aufstaut. Es gibt unterschiedliche Arten von Absperrbauwerken; generell kann man zunächst eine Grobunterscheidung vornehmen: Es gibt Mauern und Dämme. Mauern bestehen aus gemauerten Steinen oder Beton. Dämme sind Wälle, also Schüttungen aus Erde, Steinen etc. Diese Wälle können auf verschiedene Weise abgedichtet werden, außen z. B. durch Lehm, Ton, Asphalt oder innen z. B. durch Lehm, Ton, Folie, Asphaltbeton.

Staumauer Lingese-Talsperre
Staumauer Lingese-Talsperre
Dann gibt es noch feinere Unterscheidungen, also wie z. B. genau die Mauer beschaffen ist (beispielsweise ob die Last nur nach unten (Schwergewichtsmauer) oder auch zu den Seiten verteilt wird (Bogenstaumauer)) oder welchen Neigungswinkel die beiden Seiten des Damms haben. Die Art der Bauweise soll an dieser Stelle nicht fachlich vertieft werden. Dämme werden in der Regel dann gegenüber Staumauern bevorzugt, wenn es sich bei der Örtlichkeit um ein breites Tal mit schwierigen Untergrundverhältnissen handelt. Sowohl Dämme als auch Mauern können einen Kontrollgang haben. In diesem kann das Betriebspersonal den Zustand des Bauwerks kontrollieren.
Grundablass Bever-Talsperre
Grundablass Bever-Talsperre
Grundablass
Die Funktionsweise einer Talsperre ist mit der einer Badewanne vergleichbar: Bei einer Badewanne kann man bewusst den Stöpsel ziehen und verschließen, um die Menge des Wassers in der Wanne zu regulieren. Diese Funktion übernimmt bei der Talsperre der so genannte Grundablass. Er dient der Wasserregulierung (Hochwasser / Niedrigwasser). Er liegt an der tiefsten Stelle der Talsperre und kann so auch bei Bautätigkeiten zur (Teil)Entleerung genutzt werden.
Überlaufbauwerk Stausee Beyenburg
Überlaufbauwerk Stausee Beyenburg
Überlaufbauwerk / Hochwasserentlastung
Dann gibt es in der Regel in einer Badewanne noch eine Öffnung weit oben am Badewannenrand, der das Wasser so ableiten soll, dass kein Schaden entsteht, also z. B. dass das Badezimmer nicht unter Wasser gesetzt wird, wenn man vergessen hat, den Hahn zuzudrehen. Ähnlich funktioniert eine Talsperre: Es gibt ein so genanntes Überlaufbauwerk bzw. die Hochwasserentlastungsanlage. Diese sorgt dafür, dass bei großen Hochwässern das Absperrbauwerk nicht beschädigt wird.
Tosbecken Große Dhünn-Talsperre
Tosbecken Große Dhünn-Talsperre
Tosbecken
Das Wasser, das aus der Talsperre fließt, hat oft eine hohe Wucht. Um diese abzumildern und das Wasser gemäßigt in das unterhalb liegende Fließgewässer zu leiten, ist dem Absperrbauwerk ein so genanntes Tosbecken nachgeschaltet.
Entnahmeturm Große Dhünn-Talsperre
Entnahmeturm Große Dhünn-Talsperre
Entnahmeturm
Trinkwassertalsperren haben einen Entnahmeturm. Hier wird das Rohwasser für die weitere Trinkwasseraufbereitung entnommen.
Vorsperren Große Dhünn-Talsperre
Vorsperren Große Dhünn-Talsperre
Vorsperre
Viele Talsperren haben eine oder mehrere so genannte Vorsperren.
Sie halten z. B. Holz, Sediment oder andere Stoffe aus dem Fließgewässer davon ab, in die Hauptsperre zu gelangen. Dies ist vor allem bei Trinkwassertalsperren wichtig.
Wasserkraftanlage Bever-Talsperre
Wasserkraftanlage Bever-Talsperre
Wasserkraftanlagen
An vielen Talsperren kommen Wasserkraftanlagen zur Energiegewinnung zum Einsatz.
Messung
Messung
Messungen und Kontrollen
An einer Talsperre will vieles überwacht sein: der Wasserstand, Sickerwasser im Bauwerk, Verformungen etc. Verschiedenste Methoden von Messungen und Kontrollen helfen die Sicherheit der Talsperren zu gewährleisten und Hochwässer zu regulieren. Einerseits setzen wir hier auf ausgefeilte Technik, z. B. automatische Grundwasserpegel oder GPS-Satellitenüberwachungssysteme; andererseits ist auch immer der Mensch selbst gefragt, d. h. dass unsere Mitarbeiter/-innen mit Erfahrung regelmäßig vor Ort 'nach dem Rechten' schauen.
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