2010 - 2015

Fischaufstieg am Stausee Beyenburg, Foto: Peter Sondermann
Fischaufstieg am Stausee Beyenburg, Foto: Peter Sondermann
Gewässerentwicklung

Durch viele Maßnahmen an der Wupper und ihren Nebengewässern hat sich die Wupper weiter zu einer Lebensader für Flora und Fauna entwickelt.
Die Projekte der Regionale 2010 wie der Auenpark in Hückeswagen und die Ohler Wiesen in Wipperfürth haben der Wupper Platz gegeben, sich bei höheren Wasserständen natürlich auszubreiten. Darüber hinaus sind sie zu einem Erholungsgebiet geworden.
Durch den Bau weiterer Fischaufstiege, wie am Auer Kotten und am Beyenburger Stausee ist die Wupper nun von der Mündung bis zum Stauweiher Dahlhausen an der Wupper-Talsperre auf rund 75 Kilometern aufwärts für Wanderfische durchgängig. Auch im Stadtgebiet Wuppertal konnte der Wupper durch Umgestaltungsmaßnahmen in einigen weiteren Abschnitten die Chance zur naturnäheren Entwicklung gegeben werden. Insgesamt ca. 6 Kilometer sind nun im Stadtgebiet renaturiert. Am Arrenberg konnte sogar die erste privat finanzierte Strecke umgestaltet werden.
Im November 2014 war der Lohn für den Einsatz aller Beteiligten sichtbar: Im Stadtgebiet Wuppertal wurden zahlreiche Laichgruben von Lachsen und Meerforellen entdeckt.

Mit seinem Flussgebietsmanagement verknüpft der Wupperverband verschiedene Anforderungen und Aufgaben. Im Bereich Gewässerentwicklung bedeutet dies, einerseits die naturnahe Entwicklung der Gewässer durch Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) zu fördern und andererseits auch Hochwasservorsorge durch die Sicherstellung des ordnungsgemäßen Wasserabflusses zu betreiben.

Maßnahmenuhr Wasserrahmenrichtlinie (Stand 2014)
Maßnahmenuhr Wasserrahmenrichtlinie (Stand 2014)
EU-Wasserrahmenrichtlinie

Forschungsprojekte begleiteten die weitere Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie.
Zahlreiche Maßnahmen an der Wupper und an Nebengewässern wurden umgesetzt. Auf der „Maßnahmenuhr“ ist der Fortschritt zu erkennen. (Abb.)
Die Umsetzung der EU-WRRL ging 2014 in die Aufstellung des zweiten Bewirtschaftungsplans.
Die zuständigen Bezirksregierungen haben für die Bereiche Abwasser und Hydromorphologie (Wasserhaushalt, Durchgängigkeit, Gewässerstruktur) Programm-Maßnahmen vorgeschlagen. Diese Vorschläge wurden in Fachgesprächen und Runden Tischen mit den Beteiligten diskutiert und bearbeitet. Zu den Beteiligten zählen Wasserverbände, Behörden, Kanalnetzbetreiber, Landwirtschaft u. v. m. Erstmalig wurden auch Maßnahmen für ein Abwasser-Programm aufgestellt, das den stofflichen Zustand der Gewässer verbessern soll. Hierzu wird der Verband ein eigenes Monitoring aufsetzen.
Der Wupperverband hat sich intensiv eingebracht und seine Stellungnahmen zu den Vorschlägen abgegeben. Unabhängig von der formalen Umsetzung beim Land NRW führt der Verband den Gremienbeschluss von 2008 zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie fort und hat weitere Gewässerentwicklungsmaßnahmen abgeschlossen.

Pegel Finkenholl
Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL)

Im Jahr 2013 wurden Hochwassergefahren- und -Risikokarten der HWRM-RL von den Kommunen veröffentlicht. Die „Risikogewässer“ wurden identifiziert. Für das Wuppergebiet sind es zwölf Gewässer, die besonders betrachtet werden müssen.
In der Hochwasservorsorge führen zunehmende Starkregenereignisse und intensive Hochwässer zu vermehrten Räumungseinsätzen.

Seit 2011 hat der Wupperverband den „Hydrologen vom Dienst“ etabliert. Im Ereignisfall wird durch ihn die notwendige zeitnahe Datenübertragung überwacht. Er fungiert als Bindeglied zu den verantwortlichen Akteuren (Katastrophenschutz, Betrieb).

Spurenstoffe (www.ccvision.de)
Siedlungsentwässerung

Die Kläranlagen des Wupperverbandes wurden kontinuierlich ertüchtigt und technisch auf den neuesten Stand gebracht, um die Reinigungsleistung zu erhöhen. Ein aktuelles Thema ist der Umgang mit den so genannten Spurenstoffen. Hierbei geht um die Entfernung von z.B. Medikamentenrückständen aus dem Abwasser. Dies ist mit den bisherigen drei Reinigungsstufen nicht möglich. Ein Forschungsprojekt zur Eliminierung von Spurenstoffen durch Pulver-Aktivkohle begann 2013. Vor einer hohen Investition wird der Wupperverband durch intensives Monitoring die richtige Herangehensweise prüfen.
Durch den Bau neuer Blockheizkraftwerke wurde ein weiterer Schritt für das Energiemanagement getan. Eine neue Dampfturbine in der Schlammverbrennungsanlage mit einer Leistung von bis zum 8 Mio. Kilowattstunden Strom konnte 2011 in Betrieb genommen werden.
Das Energie-Forschungsprojekt INNERS startete 2010. Hier entsteht ein lokales Wärmeverbundnetz am Standort Wuppertal-Buchenhofen, mit dem überschüssige Wärme aus dem Betrieb der Schlammverbrennungsanlage auf dem Klärwerksgelände und für die Heizung von Wohn- und Laborgebäuden sowie eines Gewerbebetriebes genutzt wird. Rund 60.000 Liter Heizöl können dadurch eingespart werden.
2013 wurde das Technische Sicherheitsmanagement (TSM) im Bereich Abwasserreinigung und Siedlungsentwässerung durch die DWA zertifiziert.

Große Dhünn-Talsperre, Thermorüssel
Große Dhünn-Talsperre, Thermorüssel
Wasserwirtschaft Brauchwassertalsperren

Bever-, Lingese- und Brucher-Talsperre wurden 2011 nach intensiven Vorbereitungen offizielle Badegewässer nach EU-Badegewässerrichtlinie. An insgesamt 11 Badestellen ist in den Sommermonaten nun Badebetrieb möglich.
2012 konnte die Sanierung des Wehres am Stausee Beyenburg abgeschlossen werden. 2012 folgte auch die Wupper-Talsperre mit einer Badestelle als offizielles Badegewässer.
Als weiteres Freizeit-Highlight wurde ein Kanuwanderweg eröffnet.
2013 konnte nach intensiven Vorbereitungen mit der Sanierung der Staumauer der Panzer-Talsperre begonnen werden. Die 120 Jahre alte Talsperre soll damit wieder für die nächsten 80 bis 100 Jahre fit gemacht werden.
2014 wurde ein ganz besonderes Projekt in Angriff genommen: Der Bau des so genannten „Thermorüssels“ sowie einer Wasserkraftanlage an der Großen Dhünn-Talsperre. Mit dem Thermorüssel wird eine Wasserentnahme aus unterschiedlichen Schichten des Wasserkörpers sicher stellen, dass die Temperatur im Unterlauf der Dhünn der Temperatur im Oberlauf (vor der Talsperre) entspricht. Dadurch wird Fischen und Kleinlebewesen eine natürliche Lebensumgebung zurück gegeben. Der Thermorüssel wurde vom Europäischen Fischereifonds (50 %: EU, 50%: Land NRW) und die Wasserkraftanlage vom Programm Progress NRW gefördert.

Unsere Hauptverwaltung in Wuppertal
Unsere Hauptverwaltung in Wuppertal
Der Bereich Verwaltung

2011: Einführung eines integrierten Prozessmanagements für alle Bereiche des Wupperverbandes
2012: Die Homepage des Wupperverbandes wird komplett neu gestaltet und damit noch attraktiver für alle an der Wasserwirtschaft Interessierten.
2012: Kooperationsvereinbarung mit der Junior Uni in Wuppertal. Nachhaltige Wasserwirtschaft soll bereits von Kindesbeinen an vermittelt werden.
2013: Kooperationsvereinbarung mit den Biologischen Stationen im Wuppergebiet. Artenschutz und Sensibilisierung für Umweltthemen sollen u.a. auch bei den Anlagenführungen vermittelt werden.
2014: Die Zertifizierung des Energiemanagements nach DIN EN ISO 50001 wird vorbereitet. Im Januar 2015 soll die Zertifizierung erfolgen.

Die Themen Freizeit und Tourismus am Wasser, auch innerhalb der Stadtgebiete, finden immer stärkere Beachtung. Durch Umgestaltungsmaßnahmen und Schaffung von lebendigen Gewässerstrukturen werden auch städtische Flussbereiche attraktiv.
Die Regionale 2010 hat im Oberbergischen und Rheinisch-Bergischen Kreis Akzente gesetzt. Der Wupperverband war und ist an vielen Projekten beteiligt. Es entstanden neue Wegekonzepte und Informationsstrategien.

Die Leitlinien 2025 der Stadt Wuppertal formulieren eines ihrer Schlüsselprojekte als „Perspektivwechsel Wupper“, die Hinwendung zum Stadtfluss gewinnt an Bedeutung.

Das Flussgebietsmanagement des Wupperverbandes ist die Grundlage einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Wuppergebietes. Die Zusammenarbeit mit allen Wasserakteuren hat sich als Erfolgsstrategie bewiesen.

Ende Januar 2014 verlässt Professor Bernd Wille nach 17 Jahren Tätigkeit als Vorstand den Wupperverband und tritt in den wohlverdienten Ruhestand. Neuer Vorstand wird der bisherige stellvertretende Vorstand Georg Wulf.
 

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