Die Vorgeschichte

Am 8. Januar 1930 trat das Wupperverbandsgesetz in Kraft. Dies war die Geburtsstunde des Wupperverbandes. Doch seine Vorgeschichte reicht weiter zurück.

Hochwasser in Wuppertal, 24. November 1890
Hochwasser in Wuppertal, 24. November 1890
Wupper - Nutzung, Industrialisierung, Verschmutzung

Die Wupper und ihre Nebenflüsse wurden von jeher intensiv genutzt. Die Wasserkraft diente zum Betrieb zahlreicher Mühlen, Hämmer und Schleifkotten. Auch die Garnbleiche war seit dem 16. Jahrhundert ein zentraler Wirtschaftszweig. Diese Gewerbe hatten auf die Wasserqualität der Wupper keinen negativen Einfluss.

Durch die darauf folgende Ansiedlung von Spinnereien, Färbereien, Webereien war der Grundstein für die weitere Industrialisierung an der Wupper gelegt. Später folgten Metall verarbeitende Betriebe und Maschinenbaubetriebe.

Mit der Nutzung der Wupper und der Industrialisierung stieg der Grad ihrer Verschmutzung stetig an – insbesondere in der unteren Wupper von Wuppertal flussabwärts. Aus dem einst fischreichen Fluss war bereits im 19. Jahrhundert eine stinkende Kloake geworden. Der einstmals reiche Fischbestand verschwand. Der letzte Lachs wurde 1830 in der Wupper gesichtet. Für die Menschen an der Wupper war neben der schlechten Wasserqualität der unerträgliche Gestank des Flusses ein großes Problem.

Wuppergesetz und Satzung des Wupperverbandes
Wuppergesetz und Satzung des Wupperverbandes
Zielsetzung verbesserte Wasserqualität

Mit der Gründung der „Genossenschaft zur Errichtung von Thalsperren“ in 1896 – einem Zusammenschluss von Triebwerksbesitzern - begann der Bau von Brauchwassertalsperren am Oberlauf der Wupper und einigen Nebenflüssen. Die Talsperren dienten zur Bereitstellung von Brauchwasser, um die Wasserkräfte der Wupper besser zu nutzen. Bereits einige Jahre vor Errichtung der ersten Brauchwassertalsperren war zu Beginn der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts mit dem Bau von Trinkwassertalsperren durch die örtlichen Versorgungseinrichtungen begonnen worden.

Erste Ideen, durch einen Verband auch das Problem der Gewässerverschmutzung anzugehen, wurden ab etwa 1916 diskutiert.
Doch erst 1930 wurde der Wupperverband durch ein preußisches Sondergesetz gegründet und konnte sich als vorrangigem Problem der Abwasserbeseitigung widmen.

Fokussierung von Flussgebieten

Hinter der Gründung des Wupperverbandes stand damals schon die Idee, Wasserwirtschaft nicht nur kleinteilig zu betrachten, sondern das Flussgebiet über kommunale Grenzen hinweg zu bewirtschaften. Diese Grundidee ist heute aktueller denn je, denn auch die im Dezember 2000 verabschiedete EU-Wasserrahmenrichtlinie betrachtet die Gewässer in Europa nach ihren – teilweise über Ländergrenzen hinweggehenden - Einzugsgebieten.

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