"Ich sehe was, was du nicht siehst!"

Fremdstoffe im Abwasser

Kampagne Kein Müll ins Abwasser
Kampagne Kein Müll ins Abwasser

Gemeinsame Pressemitteilung vom 19.11.2018

Es ist schnell gemacht, ein Handgriff nur und weg.
Viele Verbraucher/-innen machen sich keine Gedanken darüber, was passiert, wenn Abfälle nach dem Gebrauch über die Toilette oder den Ausguss entsorgt werden. Doch Feuchttücher, Medikamente, Essensreste oder Katzenstreu verschwinden nicht einfach so!
Immer aufwendigere technische Verfahren sind nötig, um Abwasser in den Kläranlagen zu reinigen und es wieder dem natürlichen Wasserkreislauf zuzuführen. Für die Klärwerke wird es zunehmend schwerer, immer vielfältigere Verschmutzungen restlos aus dem Abwasser zu filtern. Viele Schadstoffe  widerstehen den High-Tech-Reinigungsverfahren und machen sich in der Umwelt breit. Feste Materialien verstopfen Rohre im Haushalt und die Kanalisation, chemische Stoffe sind gesundheitsschädlich und Speisereste locken Ratten an.
Eine Rohrreinigung zuhause ist kostenintensiv und unangenehm.
Es kommt also darauf an, dass Abfälle und Schadstoffe erst gar nicht im Wasser landen. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern letztlich auch den Geldbeutel.

Aktion "Ich sehe was, was du nicht siehst!"

Unter diesem Motto haben die Umweltberatung und das Projekt Haus- und Grundstücksentwässerung zusammen mit den WSW Energie und Wasser AG, dem Wupperverband  und dem Ressort Umweltschutz der Stadt Wuppertal als Kooperationspartner eine ins Auge springende Graffiti-Aktion gestartet. Mit dem Motto besprühte Kanaldeckel sollen darauf aufmerksam machen, was sich so alles an schwer abbaubaren Fremdstoffen in der Unterwelt der Kanalisation tummelt.
Die Vorstellung der Aktion im Rathaus Barmen findet im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung (17. - 25.11.2018) statt.

Information

Welche finanziellen und umweltschädlichen Folgen es hat, wenn Toiletten und Waschbecken achtlos als Müllschlucker benutzt werden, und dass Müll wie Fette, Öle, Chemikalien und feste Stoffe stattdessen in die Restmülltonne oder zum Sondermüll wandern sollten, darüber informieren die Umweltberaterinnen Ricarda Moser und Anne Wormland-Ciechanowicz zu den Sprechzeiten in der Beratungsstelle Schloßbleiche 20:
dienstags 10.00 - 13.00 und 14.00 - 18.00 Uhr
donnerstags 10.00 - 13.00 Uhr

Ein neuer Flyer erläutert anschaulich, die Folgen falscher Entsorgung verschiedener Fremdstoffe und zeigt die richtigen Entsorgungswege auf.

Weitere Informationen der Verbraucherzentrale NRW zum Abbau vom Müll im Abwasser finden Interessenten unter www. kmia.de.

Tipps der Umweltberatung

  • Das Klo ist kein Müllschlucker: Feste Abfälle wie Feuchttücher, Tampons, Kondome und Katzenstreu sollten nicht mit Hilfe der Klospülung beseitigt werden, sondern in die Restmülltonne wandern. Ohne großen Aufwand können etwa Hygieneartikel in einem kleinen Mülleimer fürs Bad - am besten neben der Toilette - gesammelt und entsorgt werden.
  • Medikamentenreste verunreinigen Abwasser: Arzneimittel sollten nicht in der Toilette oder im Waschbecken heruntergespült werden. Die Stoffe in den alten Pillen, Säften oder Tropfen können in den Kläranlagen nicht vollständig abgebaut werden. Abgelaufene Medikamente gehören stattdessen in die Restmülltonne oder können auf Nachfrage in einigen Apotheken zurückgegeben werden.
  • Essensreste nicht ins Abwasser kippen: Speisereste, Fette und Öle setzen sich in den Rohren fest, führen zu Verstopfungen und üblen Gerüchen. Sie locken Ratten und Ungeziefer an und treiben Aufwand und Kosten der Abwasserreinigung in die Höhe. Essensreste, gebrauchtes Frittierfett und Speiseöle – am besten in Einweggläser abgefüllt – gehören deshalb in die Restmülltonne.
  • Reinigungs- und Waschmittel sparsam verwenden: Bei Putzmitteln genügt meist ein Spritzer, um Schmutz zu entfernen. Echt ätzend für Klärwerk und Gewässer sind hingegen chemische Rohrreiniger, Desinfektionsmittel, Toilettenbecken- und Spülkastensteine sowie Weichspüler. Aggressive Haushaltshelfer aus dem Chemiekasten können Rohrleitungen und Dichtungen zersetzen und belasten das Abwasser. Umweltschonender bekämpfen Saugglocke und Rohrspirale eine Abflussverstopfung. Reste von Schmutzkillern sollten bei einer Schadstoffsammelstelle abgegeben werden. Leere Behälter gehören hingegen in die Tonne für Verpackungsmüll.
  • Haushaltschemikalien sind Gift für die Umwelt: Ebenso dürfen Lacke, Farben, Lösemittel, Säuren, Laugen und Motorenöle wegen ihres hohen Schadstoffgehalts nicht ins Abwasser gelangen. Die schädlichen Stoffe belasten Wasser, Pflanzen und Tiere. Farb- und Lösemittelreste sind bei den kommunalen Recyclinghöfen oder bei einem Schadstoffmobil bei Rückgabe an der richtigen Stelle. Gebrauchtes Motorenöl hingegen kann kostenlos beim Händler oder bei einer Altöl-Sammelstelle abgegeben werden.
expand_less
VOILA_REP_ID=C1257817:0030CCD3