Leichlingen: Wupper wird auf 1200 Metern natürlicher

Durch Baumstämme entstehen abwechslungsreiche Strömungen

Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Leichlingen und des Wupperverbandes vom 24.02.2017

Der Wupperverband startet ab dem 28. Februar mit einem umfangreichen Gewässerprojekt an der Wupper in Leichlingen im Bereich der Balker Aue. Auf einer Länge von rund 1200 Metern wird der Verband Baumstämme in die Wupper einbauen und fest verankern. Dadurch werden unterschiedliche Strömungen entstehen. Es bilden sich ruhigere und turbulentere Bereiche, die sich langfristig auch auf die Verteilung der Sedimente, z. B. von Kies auf dem Grund des Flussbetts, auswirken. So erhält die Wupper ein abwechslungsreicheres Flussbett, was den Fischen und Kleinlebewesen zu Gute kommt. Sie finden in einem strukturreichen Flusslauf bessere Lebensbedingungen als in einem eintönigen Kanal.
Der 1200 Meter lange Flussabschnitt verbindet mit dem Weltersbach und dem Murbach zwei bedeutende Nebengewässer der Wupper. Somit hat das Gewässerprojekt eine besondere Bedeutung im Sinne eines Biotop-Verbunds und auch zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie.
Die Arbeiten werden etwa sechs Wochen dauern. Die Kosten von ca. 90.000 € werden zu 80% von der Bezirksregierung Köln (Aktionsprogramm zur naturnahen Entwicklung der Gewässer) und zu 20 % vom Wupperverband getragen.

Steilufer als Brutplatz für den Eisvogel

In einzelnen Abschnitten soll durch das Umlenken der Strömung die Erosion der Ufer begünstigt werden. Dadurch können Steilufer entstehen, die Eisvögeln den Bau von Bruthöhlen in der Lehmwand ermöglichen.
Der Wupperabschnitt im Bereich der Balker Aue stellt eine Besonderheit dar, da hier bereits ers-te Bruthöhlen von Eisvögeln gesichtet wurden.

Umgestaltung: der Uferweg wird verlegt und eine Hundefreilauffläche geschaffen

Um das Interesse der Menschen zur Freizeitnutzung in der Balker Aue mit der ökologischen Entwicklung des Uferbereichs zum Eisvogel-Brutrevier zu verbinden, haben sich die Stadt Leichlingen und der Wupperverband ein Konzept überlegt, das beide Anforderungen berücksichtigt.
Bisher haben die Eisvögel ihr Brutgeschäft meist wieder abgebrochen, da die Vögel sensibel auf Störungen reagieren, die ungewollt z. B. von Spaziergängern mit Hunden ausgehen.
Dies liegt daran, dass der sehr intensiv von Spaziergängern und Hunden genutzte Weg derzeit unmittelbar am Ufer entlang verläuft.
Um sowohl die Menschen als auch die Natur zu berücksichtigen, wird der Uferweg vom Fluss ca. 25 Meter zurück in die Aue verlegt und führt dann direkt an den Sportplätzen vorbei. So kann die Aue weiterhin von Spaziergängern genutzt werden. Das Ufer erhält einen Schutzstreifen, der durch Pfosten abgegrenzt wird. Auf der Hundewiese nahe der Kanueinstiegsstelle dürfen sich Hunde austoben und ohne Leine laufen. Während der Maßnahme wird der Weg aufgrund des Baustellenverkehrs und der Umbauarbeiten zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger gesperrt sein.
Die Kanuanlegestelle Balker Aue bildet weiterhin eine Zugangsmöglichkeit zur Wupper.
Für die Stadt und den Wupperverband ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Bürger auch künftig die Balker Aue zum Spazieren gehen nutzen können und sich die Wupper gleichzeitig weiter zum „Amazonas des Bergischen Landes“ entwickeln kann.

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